03 Jean-Paul-Museum

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Jean-Paul-Museum Jean Paul, 1763 in Wunsiedel geboren, schreibt im Jahre 1813. „Denn bisher warf immer der Sonnengott die Dichtgabe mit der Rechten und die Tongabe mit der Linken zwei so weit auseinander stehenden Menschen zu, dass wir noch bis diesen Augenblick auf den Mann harren, der eine echte Oper zugleich dichtet und setzt“. Er schreibt es in Bayreuth im Geburtsjahr von Richard Wagner. Wagner hat den „Siebenkäs“ gelesen, er schätzt Jean Paul. Wagner und Jean Paul haben viele Gemeinsamkeiten: Beide stammen aus gebildeten, jedoch einfachen Verhältnissen. Beide sind Naturschwärmer. Beide müssen um den Ruhm kämpfen. Beide glauben an sich. Beide werden berühmt. Beide haben die Vorliebe für die Sprache. Beide sind Frauenhelden, jeder auf seine Art. Beide lieben das Bier, „die vorletzte Ölung“, „den Herbsttrost“. Wagner, wieder einmal im Exil, bekennt: „Es ist schön, ein Deutscher zu sein, wenn man zu Hause ist, wo man Gemütlichkeit hat, Jean Paul und bairisches Bier“. Jean Paul lebte 20 Jahre in Bayreuth, er starb hier, sein Grab befindet sich auf dem Stadtfriedhof. Das Jean-Paul-Museum ist im Chamberlain-Haus untergebracht, genannt nach dem englischen Schriftsteller Houston Stewart Chamberlain. 1888 verfasste er seinen ersten deutschsprachigen Artikel, der die Aufmerksamkeit von Cosima Wagner erregte, die mit ihm Kontakt aufnahm. 1895 schrieb er sein erstes größeres Werk, eine Biographie über Wagner, den er glühend verehrte. Geboren 1855 in England, aufgewachsen in Frankreich, übersiedelt er als junger Mann nach Deutschland, wo er die Sprache lernt, sich mit deutscher Kultur befasst und Deutscher wird aus Überzeugung. Sein wichtigstes Werk erschien 1899: „ Die Grundlagen des neunzehnten Jahrhunderts“, in dem er die germanische Rasse über andere Völker stellt. Damit wird er der Begründer der massiven Abgrenzung von Volks – und Kulturgruppen als Rassen. Die Anhänger waren nicht nur in deutschnationalen und antisemitischen Kreisen zu finden. Auch Kaiser Wilhelm II., Winston Churchill und Albert Schweizer waren begeistert. Es ist unter Historikern umstritten, ob seine pangermanische und antisemitische Einstellung Einfluss auf Hitler hatte. Sicher ist, dass Hitler Chamberlain bewunderte, sicher ist, dass sie sich 1923 in Bayreuth getroffen haben, wo sich Chamberlain ein Haus gekauft hatte, in dem er bis zu seinem Tod 1927 mit seiner 2. Frau Eva, Wagners Tochter, lebte.

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