Kube 02 - Der gute Onkel: ADOLPH WAGNER

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Der gute Onkel: ADOLPH WAGNER

Einer der ersten – und wohl der wichtigste – Lehrmeister des jungen Richard Wagner war ein Onkel: „Onkel Adolph“, wie er in der Wagner-Biographik genannt wird. Mit ihm hängen drei große Namen zusammen: Shakespeare, Goethe und Dante. Der Philologe Adolph Wagner (1774–1835), war – wie Wagner in Mein Leben mitteilte – mit Wagners Mutter zur ersten Aufführung der Schillerschen Braut von Messina nach Lauchstädt gereist, „dort zeigte er ihr auf der Promenade Schiller und Goethe, sie enthusiastisch ob ihrer Unkenntnis dieser großen Männer zurechtweisend.“ Auch Wagners Kenntnis des großen Dichters Dante Alighieri (1265–1321) verdankt sich den frühen Lehren Adolph Wagners. Dieser hatte 1806 zwei Epochen der modernen Poesie, dargestellt in Dante, Petrarca, Boccaccio, Goethe, Schiller und Wieland und 1826 eine Sammlung italienischer Dichter veröffentlicht: Il parnasso italiano, in dem wesentliche Texte von Dante, Petrarca, Ariost und Tasso enthalten sind. Goethe bedankte sich mit dem Geschenk eines silbernen Bechers für diese philologische Ruhmestat. Noch 1869 sollte sich Wagner an Details der Dante-Studien erinnern. Cosima Wagner hielt 1869 die Einteilung der „drei Teile der Dante‘ schen Dichtung“ fest, wie sie Wagner sah: „Inferno-Plastik, Purgatorium-Malerei, Paradies-Musik.“ Damit erinnerte sich Wagner an die Deutung seines Onkels, der die Göttliche Komödie als „plastisch“, „pittoresk“ und „musikalisch“ bezeichnet hatte. Wagner stand Dante zugleich huldigend und skeptisch gegenüber. Noch in der Parsifal-Zeit dachte er über Dantes theologisches Weltgebäude nach. Adolph Wagner hat dem jungen Richard auch Shakespeares Werke nahe gebracht; dank ihm lernte er schon als junger Mann alle Dramen des hochverehrten Dichters kennen, der auf sein Werk und seine Theatertheorie einen großen Einfluss haben sollte.

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