Kube 07 - Der geliebte WEBER

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Der geliebte WEBER

Vielleicht hat Wagner keinen Meister so geliebt wie Carl Maria von Weber (1786–1826). Es mochte nicht nur an der Kunst des Dresdner Kapellmeisters, sondern auch an seinem Charme liegen – und an der Tatsache, dass schon der Knabe Richard den Meister der Oper und des Konzerts persönlich kennengelernt hat. Als Kind durfte Wagner in Webers Dresdner Festspiel Der Weinberg an der Elbe „als Engel, ganz in Trikots eingenäht, mit Flügeln auf dem Rücken“, auftreten. Kurz darauf wuchs seine Liebe und Begeisterung für den Komponisten des Freischütz, dessen berühmteste Oper kurz zuvor uraufgeführt worden war. Die Atmosphäre des Werks inspirierte Wagner noch bei der Komposition des Fliegenden Holländer, dessen Schauer-Stimmung mit der Welt des Teufelsbündners Kaspar und des höllischen Samiel verwandt ist. Bezüge auf Wagnersche Hauptwerke finden sich auch in den zwei anderen großen Opern Carl Maria von Webers. Die Sphäre Telramunds und Ortruds (im Lohengrin) verdankt sich melodischer und harmonischer Eindrücken, die Wagner in der Euryanthe vorfand. Wagner hat, wie er selbst bekannte, von Weber gelernt, wie einzelne Instrumente eingesetzt werden können: das Vorspiel der Euryanthe hat mit seinen geteilten Violinen Ähnlichkeit mit dem des Lohengrin. Die Titelfigur der letzten Oper des Lehrmeisters ist direkt verwandt mit einer Hauptfigur des Ring des Nibelungen: Der Elfenkönig Oberon entstammt demselben Geschlecht wie Zwerg Alberich. Der Theoretiker Wagner hat allerdings Weber nur als Vorläufer bezeichnet und kritisiert, nachdem er ihn in seinen Pariser Jahren noch als Komponisten des von den Franzosen verhunzten Freischütz zum Meister der deutschen Nationaloper erklärt hatte. An der Übertragung der Gebeine des toten Weber nach Dresden hat er sich daher auch musikalisch intensiv beteiligt.

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