Kube 09 - Der frühere Reformator: GLUCK

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Der frühere Reformator: GLUCK

1832 las Wagner die berühmte Erzählung E. T. A. Hoffmanns vom Ritter Gluck, die einem der bedeutendsten Komponisten des 18. Jahrhunderts – Christoph Willibald Gluck (1714–1787) – gewidmet ist. Jahrzehnte später sollte sich der ehemalige Leser an die Lektüre erinnern: „Gluck war mir namentlich durch das bekannte Hoffmannsche Phantasiestück unwillkürlich zu einer dämonischen Riesengröße geworden: ich vermutete in ihm, dessen Werke ich noch nicht studiert hatte, ein hinreißendes dramatisches Feuer und legte an alles, was ich mir von einer ersten Vorführung seines berühmtesten Werkes erwarten sollte, den Maßstab an, welchen ich an jenem unvergesslichen Abend der Darstellung des Fidelio durch die Schröder-Devrient entnommen hatte. Mit Mühe gelang es mir, in der großen Szene des Orestes mit den Furien mich in eine halbwegs ähnliche Ekstase zu versetzen. Der Eindruck alles übrigen blieb feierlich spannend auf eine Wirkung, zu welcher es nie kam.“ Tatsächlich war der Einfluss des Opernreformators auf Wagners reformatorisches Werk größer, als Wagner es suggerierte. Es ist bezeichnend, dass er in Dresden Glucks Iphigenie in Aulis so tiefgreifend bearbeitete, dass so etwas wie Wagners 14. vollendete Oper dabei herauskam. In Zürich schrieb er dann einen Konzertschluss zur Ouvertüre von Glucks Pariser Reformoper, die Wagner so beeindruckt hat, dass noch im Ring des Nibelungen (im Verhältnis Wotans zu Brünnhilde, das auf Agamemnon und seine Tochter Iphigenie verweist) Spuren der Gluckschen Dramaturgie zu finden sind. Gluck hat auch rein musikalisch auf Wagner gewirkt. Das Hauptmotiv des Amerikanischen Festmarschs, den Wagner zur 100-Jahrfeier der US-Amerikanischen Unabhängigkeitserklärung komponierte, zitiert unverhohlen den Beginn der Ouvertüre jener Oper, die der Dresdner Kapellmeister einst bearbeitet hatte.

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