Kube 10 - Ein feiner Mensch und Musiker: MENDELSSOHN BARTHOLDY

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Ein feiner Mensch und Musiker: MENDELSSOHN BARTHOLDY

Wagners Beziehung zu Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847) war persönlich schwierig – und musikalisch kreativ. 1850 charakterisierte er ihn im Judentum in der Musik als feinen, aber oberflächlichen Musiker. Wagner scheute sich freilich nicht, nach Mendelssohns Tod zwei wichtige Motive aus Mendelssohns Werken zu entlehnen: das Wellenmotiv aus der Ouvertüre Das Märchen von der schönen Melusine (1833) wurde, monumental verwandelt und originell bearbeitet, im Rheingold-Vorspiel wiederaufgenommen, und das sog. Dresdner Amen, das Wagner vor allem aus der Reformations-Symphonie (1829/30) kannte, wurde zu einem der tragenden Motive der Parsifal-Partitur. Zu Mendelssohns Lebzeiten übernahm er das dramaturgische Modell der Ouvertüre Meeresstille und glückliche Fahrt sehr bewusst in seine eigene Columbus-Ouvertüre. Noch im „Flucht-Motiv“ des Rheingold, das in einem der Liebes-Motive der Walküre und, von Neuem verwandelt, im sog. Entsagungs-Motiv der Meistersinger von Nürnberg erklingt, findet sich ein (unbewusster? Oder bewusster?) Reflex auf ein bekanntes Motiv Felix Mendelssohn Bartholdys: auf das Motiv des Hochzeitsmarschs aus der Schauspielmusik zum Sommernachtstraum (1843), die Wagner 1844 in Dresden dirigiert hatte. Auch zwischen dem Kopfsatz der Schottischen Symphonie und einer Passage aus der Ouvertüre zum Fliegenden Holländer sowie zwischen Mendelssohns 42. Psalm Wie der Hirsch schreit op. 42 und dem Chor des ersten Lohengrin-Finales lassen sich Parallelen finden. Damit ist jedoch noch nichts Grundsätzliches über Wagners Musik gesagt – nur die Tatsache, dass er gelegentlich Motive des großen Komponisten übernahm und eigenständig weiterentwickelte. Wagner konnte 1881 zurecht bekennen: „Mendelssohn hatte“ - anders als Schumann und Brahms - „Einfälle“.

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