Kube 13 - Der Unvergleichliche: ROSSINI

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Der Unvergleichliche: ROSSINI

Musikalische Anklänge an einzelne Werke des Großmeisters der Ernsten und der Komischen Oper finden sich v. a. in Wagners Frühwerk. Die Introduktion des Liebesverbots ist ein Nachhall der Introduktionen der Semiramide, des Mosé und des Guillaume Tell. Ein Duett verweist eventuell auf die Auftrittsnummer in Rossinis seinerzeit berühmter Oper Tancredi. Wagners Versuch einer Komischen Oper, der 1840 in Riga entstand (das Fragment der Oper Männerlist größer als Frauenlist), verdankt einige Züge vielleicht dem Barbier von Sevilla. Wurden die stilistischen Eigenheiten als Traditionen der italienischen Oper durch Rossini vermittelt, wobei auch Anleihen über den Umweg französischer und deutscher Opern angenommen werden können, so war besonders der Wilhelm Tell wichtig: der lyrische Mittelteil der Holländer-Ouvertüre ist dem Mittelteil der älteren Ouvertüre verpflichtet. Nachklänge des dritten Tell-Finales finden sich im Tannhäuser, und noch im Lohengrin erinnert Wagner an den Hochzeitszug des Tell. Unüberhörbar ist die Ähnlichkeit des Tell-Schlusses (der Sonnenaufgang) mit dem Rheingold-Finale. Bemerkenswert ist, als Kritik an der ernsten italienischen Oper, das parodistische Zitat „I tanti palpiti“ aus dem Tancredi im Auftritt der Schneider in den Meistersingern. Das Verfahren der Verkettung einzelner Szenen, freie Gesangslinien und die Wiederaufnahme bereits erklungener Musik zugunsten einer übergeordneten Form, finden sich bereits bei Gioachino Antonio Rossini (1792–1868). Wagner hat 1838 ein Werk Rossinis bearbeitet, weil er sich besonders dafür interessierte: den Chor Li Marinari. Wichtige dramaturgische Details gerieten von hier direkt in den Fliegenden Holländer. Wagners kompositorisches Werk nimmt also mehr oder weniger deutlich rossinische Züge auf, um sie zu einem gänzlich eigenen Stil zu amalgamieren.

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