Kube 15 - THEODOR UHLIG & Consorten

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THEODOR UHLIG & Consorten

Wagners Freund, der Musiker und Musikschriftsteller Theodor Uhlig (1822–1853), hat v.a. in ideologischer Hinsicht einen starken Einfluss auf Wagner gehabt. Seit 1841 arbeitete Uhlig als Geiger in der Dresdner Hofkapelle, wo ihn Wagner 1843 kennenlernte. Am 23. Juli 1850 brachte die Neue Zeitschrift für Musik Uhligs Aufsatz Zeitgemäße Betrachtungen. VI: Außerordentliches zum Abdruck. Wagner benutzte 1850 den Aufsatz seines Freundes – soweit es die allgemeine Charakterisierung der „Judenmusik“ und die besondere der Musik Giacomo Meyerbeers betrifft – und dessen frühere Äußerungen zum Thema als Materialsteinbrüche zu seinem Aufsatz Das Judentum in der Musik und allen anderen diesbezüglichen Äußerungen bis 1883. Wagner griff Uhligs antijüdische Gedanken auf und begründete sie seinerseits mit Rassestereotypen. Uhlig war jedoch nicht der erste Rezensent, der antisemitische Kategorien in die Musikkritik einführte. Wagner entnahm seine Charakterisierung des Synagogengesangs vielleicht Johann Nikolaus Forkels Allgemeiner Geschichte der Musik, deren erster Band 1788 in Leipzig erschien und zu den populärsten musikalischen Nachschlagewerken wurde. Als Wagner über die Juden schrieb, konnte er auf bereits vorliegende Metaphern der antisemitischen Propaganda zurückgreifen. Jakob Friedrich Fries (1773–1843) sprach 1816 vom „todt liegenden Capitale“ der müßigen Reichen, die von den „Juden gefressen werden wie das Faulende vom Gewürm“. Das „Capital“, das Wagner spätestens seit 1850 mit „den Juden“ assoziierte, erinnert an den Drachen Fafner, der im Siegfried auf dem Hort die Zeit verschläft – und die „wimmelnde Viellebigkeit von Würmern“ (wie es im Judentum in der Musik heisst) lässt an die „in unterirdischen düsteren Klüfte und Höhlen“ wohnenden Nibelungen denken.

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