Kube 17 - Wesentlich mehr als ein Schwiegervater: FRANZ LISZT

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Wesentlich mehr als ein Schwiegervater: FRANZ LISZT

Franz Liszt (1811–1886), der als einer der größten Musiker und Musikförderer der Moderne des 19. Jahrhunderts in die Geschichte einging, hat selbst einmal gesagt, dass sein Schwiegersohn einiges von ihm übernommen habe. Es sei dahingestellt, ob Wagner nicht nur Liszts Tochter Cosima, sondern auch seine Musik gestohlen hat. Tatsache ist, dass Liszt zu jenen Menschen gehörte, die Wagners Existenz durch finanzielle Zuwendungen unterstützten. Ohne seine Hilfe hätte Wagner 1849 nicht ins Schweizer Exil flüchten können. Wagner stand den Werken seines Freundes skeptisch gegenüber. Der von Liszt erfundenen Gattung der Symphonischen Dichtung konnte der Musikdramatiker bei aller Freundschaft wenig abgewinnen. Als Liszt seine radikalen Alterswerke komponierte, konnte der Mann, der den musikgeschichtlich revolutionären Tristan und den Ring des Nibelungen geschrieben hatte, mit den harmonisch und formal kühnen Stücken des Schwiegervaters nichts mehr anfangen. Trotzdem hat Wagner auch von Liszt einiges empfangen. Liszt war der Erste der (in Weimar) Wagner- Festspiele veranstaltete. Man vermutet, dass Liszts Instrumentationskunst Wagner dazu animierte, immer differenzierter zu orchestrieren. Zumindest zwei musikalische Themen begegnen zuerst bei Liszt: das Thema der Faust-Symphonie (1854), die von Wagners Faust-Ouvertüre inspiriert wurde, erscheint kurze Zeit später in der Walküre, und das Gralsmotiv des Parsifal kommt bereits 1874 in den Glocken des Straßburger Münsters vor. Auf dieses „Zitat“ hat Wagner den Komponisten selbst aufmerksam gemacht, doch gleicht das Gralsmotiv in seiner Ausprägung des Dresdner Amen-Motivs nicht Liszts, sondern Mendelssohns Fassung der Reformationssymphonie. Hier zeigt sich, wie schwierig es ist, in Einzelfällen von Einflüssen anderer Meister zu sprechen.

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