Kube 19 - MEHRERE BAUMEISTER

Kontakt

Bürgerreuther-Straße 37, 95444 Bayreuth

Sagen Sie's weiter


1551007

Ihre Firma?

MEHRERE BAUMEISTER

Es waren die antiken Baumeister, die Wagner zur Konzeption des Festspielhauses inspirierten. Im griechischen Theater fand Wagner das Vorbild für das amphitheatralische Auditorium, in dem sich eine klassenlose, also demokratisch vereinigte Volksgemeinschaft an ausgewählten Festtagen den höheren Weihen der Theaterkunst hingeben könne. Doch bedurfte es der Hilfe zweier Architekten, die Idee in Stein und Holz umzusetzen. Mit Gottfried Semper (1803–1879) war Wagner schon in den Dresdner Tagen befreundet, wo sich der Baumeister durch den Entwurf zu den beiden Semper-Opernhäusern und im Revolutionsjahr 1849 durch die Barrikade an der Wilsdruffer Straße unsterblich machte. Semper entwarf auch, im Auftrag Köng Ludwigs II., die architektonisch noch unausgewogenen Pläne zum Münchner Festspielhaus. Diese nicht realisierten Pläne wurden zur Grundlage des Bayreuther Hauses, in dem der versenkte Orchestergraben, der demokratisch organisierte Zuschauerraum (ohne Ränge und Logen) und das funktionale Äußere eine neue Theaterbaukunst ankündigten. Wir verdanken sie einem kaum bekannten Mann. Als Otto Brückwald (1841–1917) das Bayreuther Festspielhaus entwarf, war er bereits Bauleiter des Leipziger Neuen Theaters gewesen. Nach der Fertigstellung des Altenburger Hoftheaters erhielt der Sachsen-Altenburgische Hofbaumeister den Bayreuther Auftrag, der 1876 beendet war und 1881/82 den Auftrag zum mittigen Fassadenvorbau, des sog. Königsbaues, nach sich zog. Wer in Brückwalds Meisterbau sitzt, der die Realisierung des Gesamtkunstwerks erst möglich machte, mag sich vergegenwärtigen, dass mit der Aufführung zumal des Ring des Nibelungen die Einflüsse vieler bedeutender Lehrmeister aus mehr als zwei Jahrtausenden zusammenkommen, die in Wagners unvergleichliches Werk einflossen.

Bewertungen

 

 Jetzt bewerten
0 0 5 0
> > > Kube 19 - MEHRERE BAUMEISTER